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Rückblick: Die Punktion, der Höllenschmerz und die pure Selbstüberschätzung

Der Tag der Punktion war für mich sehr sehr hart. Ich konnte mich kaum bewegen und habe mich mit Jogginghose in die Klinik geschleppt. In der Klinik angemeldet wurden wir gegenüber zum OP-Wartezimmer geschickt. Dort lag ich mehr als ich saß und die Zeit zog sich schrecklich lange hin. Ich freute mich einerseits auf die schmerzlose Zeit in der Narkose, aber andererseits hatte ich große Angst.

Als ich endlich dran war wurde ich in den Op-Bereich geschickt. Dort durfte ich mich in einem großen Raum umziehen bzw. ausziehen und zog die chicke OP-Kleidung an.  Ich vermisste meinen Freund unheimlich und wünschte er könnte mit... ohne ihn fühlte ich mich alleine, doch nun muss ich durch das gröbste alleine während er... na während er... oh mein Gott, unterschiedlicher, gegensätzlicher konnte es nicht sein. Er wurde nämlich zeitgleich in eine Kämmerchen mit TV geschickt. Auf dem Bildschirm räckeln sich nackte Frauen und mein Freund darf sich darauf einen runterholen, während ich hier gleich in den Op geschoben werde. Diese Vorstellung ist absurd und man darf dabei nie vergessen, dass das Ziel -ein kleiner Mensch aus uns beiden erschaffen- ist. Dieses Ziel, dieses kleine Wesen, dieses Produkt unserer Liebe vor Augen liege ich kurze Zeit später in einem sterilen Raum. Einige Ärzte rennen rein und raus und ich blicke schon jetzt nicht mehr durch, was hier gerade um mich herum passiert. Der Anästhisist kommt zu mir und erklärt mir kurz, dass ich gleich einschlafen werde. Ich bekomme eine Art Atemmaske auf die Nase gedrückt und rieche Zahnpasta. Die Augen werden sehr sehr schwer und die Geräusche um mich herum werden dumpf. Gute Nacht - ich bin schon eingeschlafen.

Es kam mir vor als hätte ich stundenlang geschlafen. Wie lange es wirklich war weiß ich bis heute nicht. Ich wache auf. Um mich herum Fädenvorhänge. Dahinter ein Bett. Dort liegt jemand neben mir, doch durch den Vorhang kann ich nichts erkennen. An meinem Fußende sehe ich eine Krankenschwester mit besorgtem Blick. Sie fragt sehr freundlich nach meinem Befinden. Ich weiß noch garnicht wie es mir geht. Ich bin aus dem Himmel gefallen. Weiß noch garnicht was ich hier mache und wer ich bin. Komisches Gefühl - unbeschreiblich. Doch dann aus dem Nichts - ein meeega starker Schmerz im Bauch. Unfassbar - nicht möglich - ich möchte nicht mehr leben. Ich denke kurz darüber nach, dass ich das nicht lange aushalte und ich besser nicht mehr wach geworden wäre. Nicht wieder Schmerzen, nicht solche Schmerzen - es war noch schlimmer als vorher. Haben die mir vielleicht ausversehen alle Organe entnommen? Stimmt etwas nicht? Ist etwas schief gelaufen und mir musste vielleicht der Eierstock rausgeschnitten werden? So jedenfalls fühlte es sich an. Ich sagte der Schwester, dass ich starke Schmerzen habe und im gleichen Atemzug wieviele Eizellen punktiert wurden. Sie konnte mir die Frage auf Anhieb nicht beantworten und holte mir eine Infusion. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich an einem Tropf angeschlossen bin und auch meine Hand mit der Nadel sehr schmerzte. 

Zu meiner Verwunderung sagte mir die Schwester, dass es 20...20! Eizellen waren. Ich hatte nicht mit gerechnet, dass sie mir das als Krankenschwester sagen kann, fand es aber sehr beruhigend.

Nach ein paar Nachfragen und weiteren Minuten oder sogar Stunden mit Schmerzen, einigen weiteren Infusionen und Tabletten reicht es der Schwester und mit besorgter Mine ruft sie den Arzt an. Mittlerweile bin ich wacher und beobachte die hin und her laufenden Schwestern und einen Typen im Bett mir schräg gegenüber, der eine Schwester nach der anderen mit den gleichen Anmachsprüchen angrub. Haha, wenn ich nicht solche Schmerzen gehabt hätte, hätte ich sehr lachen müssen.

Dr. DaXXX (Namen halte ich anonym) kam und fragte nach meinem Befinden. Auf einer Skala von 1-10 sollte ich meine Schmerzen benennen. 9! Eindeutig 9 - denn noch eine Schmerzstufe höher und mein Körper verfällt wieder in eine Art Narkose - das spürte ich. Herr Dannhof tastete vorsichtig meinen Bauch ab, doch auch vorsichtig war fast eine 10!  Er erklärte mir, dass ich im linken Eierstock sehr viele Eizellen hatte und der Eierstock nun mit Wasser gefüllt wäre. Er bestätigte mir, dass ich starke Schmerzen haben müsste. Fast hätte man denken können er hatte selbst mal einen Eierstock, der mit Wasser gefüllt war :-D - So einfühlsam und verständnisvoll, aber auch unberuhigend besorgt war er.

Er fragte mich, ob mir kalt war, weil ich zitterte. Ja mir war auch eisekalt. Er zeigte mir den Schlauch, der von einer Art Industriestaubsauger unter meine Bettdecke führte. Hab ich vorher garnicht bemerkt. War wohl doch nicht so wach, wie ich dachte. Aber das dachte ich mir schon, also doch nicht ganz so unclever :-)

Dieser "Staubsauger" war eine Art Heizung, die durch einen Schlauch warme Luft unter meine Decke pustete. Dr. DaXXX versuchte den Apperat wärmer zu stellen, doch kannte er sich damit nicht aus und bat eine Krankenschwester um Hilfe. Ich fand sehr sympathisch, dass er es wenigstens alleine versuchte, obwohl das nicht sein Fachgebiet war.

Ich frage ihn nach meinem Freund und er sagte mir, dass er Bescheid weiß und ständig informiert wird, wie es mir geht. Ich durfte noch nicht raus, noch nicht zu ihm und wieder merkte ich, dass er mir fehlte. Ich schlummerte so weit es ging ein. Die neue Infusion (Novalgin) machte es möglich und die Schmerzen schwanden auf Stufe 7 - würde ich sagen. Immer noch sehr schmerzhaft, aber schon ein großer Sprung und die Hoffnung, dass es noch besser würde stieg und erleichterte ungemein.

Nach 3-4 Stunden dann wurde ich gefragt, ob ich zu meinem Freund möchte. Sie würden mich dann raus bringen, doch müsste ich entgegen der ursprünglichen Planung eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik bleiben... ääääh nööööö!

Ich wurde in einem Bett in ein Übergangszimmer geschoben, weil ich heim wollte und auf die Entscheidung des Arztes warten sollte. Mein Freund nun an meiner Seite riet mir, doch den Rat der Ärzte anzunehmen und eine Nacht in der Klinik zu bleiben. Doch ich wollte heim! Ich war sicher, dass es schon gleich ginge, ich müsste mich nur noch ein wenig ausruhen und dann könnte ich schon aus der Klinik rausspazieren und nach Hause fahren. Gaaaanz sicher!

Nach einigem Hin- und Her und meiner festen Überzeugung, dass ich nach Hause könnte - auch auf eigene Verantwortung - musste ich dringend aufs Klo. Es gab in diesem Übergangszimmer keine Toilette und mein Freund erkundigte sich, wie ich denn auf die Toilette käme. Von ihm gestützt humpelte ich Humpelinchen ein Zimmer weiter. Es ging - so käme ich auch heim! Wobei es schon seeehr anstrengend war. Ich pullerte und humpelte wieder aus dem Bad, vor dem mein Freund wartete heraus. Erst jetzt bemerkte ich, dass es das gleiche Zimmer ist, in dem ich mich vor der Op auch umzog. Eine kleine Couch und gemütlich. Doch dann passierte es... es wurde schlagartig schwarz vor den Augen. So sehr ich mich auch anstrengte, ich sah nichts mehr! Die Beine wurden butterweich, der Oberkörper nicht mehr zu halten und ich hoffte inständig noch diese Couch zu erreichen. An meinen Freund festgekrallt nur noch 1 Schritt - noch einen und fallen lassen! Geschafft - ich lag... und so langsam konnte ich wieder etwas sehen. Schleierhaft, doch ich lag- und nicht auf dem Boden!

Mein Freund etwas erschrocken neben mir und bevor er das Thema wieder aufgriff - ich gestand ein, dass ich es nicht heim schaffen würde. Ich würde es nicht mal aus diesem Gang heraus schaffen. Doch vielleicht geht es ja gleich wieder?! Ersteinmal müsste ich von den Ärzten und Schwestern unbemerkt in mein Bett kommen...Denn wenn die das jetzt mitbekämen, muss ich hier bleiben - dann liegt es nicht mehr in meiner Hand bzw. nicht mehr in meinen Beinen.

Ich war soo froh, als ich in meinem Bett lag, dass ich mich damit abfand nicht nach Hause zu fahren. Noch einmal möchte ich dieses Gefühl der Fast-Ohnmacht nicht spüren. Mein Freund versprach mir, dass er so lange bei mir bliebe, wie es ginge und früh auch wieder da wäre. Erleichterung... Liebe - Dankbarkeit!

Sehr sympathisch fand ich, dass Herr DaXXX in Jeans und Pullover vor seinem Feierabend noch mal rein schaute und nach mir sah! 

Die Schwestern waren sehr zuvorkommend. Hier gibt es eine Schwester, die für den Service zuständig ist und dann die Schwester, die für das medizinische zuständig ist. Die Service-Schwester öffnete das Fenster und versprach wieder rein zu kommen um es zu schließen - ich durfte nicht aufstehen und hätte es vermutlich auch nicht gekonnt. Sie brachte mir eine Kanne Tee (die Auswahl war wahnsinnig groß!).

Da mein Zimmer nur von mir belegt war und die Schwestern unfassbar freundlich waren, durfte mein Freund so lange bleiben wie er wollte. Er besorgte mir ein Ladekabel für das Handy und blieb bis Mitternacht, saß bzw. lag auf einem Stuhl neben mir, während ich immer wieder einnickte. Er fuhr nachts zu seiner Schwester und schlief dort ein paar Stunden und kam morgens schon früh wieder.  Seine Schwester hatte mir Shampoo und etwas zum Anziehen eingepackt und ich war sehr froh, als ich das frische T-Shirt anziehen konnte.

Ultraschall bei Frau Dr. FoXXX (Name hier auch anonym gehalten) und eine riesige Packung Clexane (Thrombosespritzen). Ich durfte endlich heim und freute mich auf meinen Hund, der die Nacht spontan bei der Schwiegermama bleiben musste. Ein Glück, dass wir so eine Hilfe haben. Schön, dass ich durch meinen Freund doch noch Familie erleben darf. Denn von meiner hat sich bis auf meine Oma niemand dafür interessiert, dass ich im Krankenhaus bleiben musste.

So endeten 2 schmerzvolle, angstvolle, traurige, aber auch dankbare Tage und immerhin - das wichtigste konnten wir da lassen - die 20 halben Rosinchen!

 

 

 

 

 

 

 

 

13.10.17 22:20


IVF nach Tag 8 - Der Kryountergang mit Kopfgeistern

Es ist nun über 9 Monate her, als ich den Tag 7 schrieb und damit auch den Blog beendete. Der Grund:

Nach unserem Ultraschall war ich ziemlich fertig. Auf Grund einer Überstimulation wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mit HCG auslösen darf und die Halbrosinchen nach der Entnahme direkt eingefroren werden müssen.

Jetzt kann ich es nicht mehr wirklich nachvollziehen, aber zu diesem Zeitpunkt brach eine Welt in mir zusammen...Ich fand es widerlich und ekelhaft, dass die Eizellchen eingefroren werden müssen und dann wieder aufgetaut werden. Ich fühlte mich nun schon vor der Punktion wie ein Backofen in dem was aufgewärmt wird -eine Mikrowelle... ich wollte es nicht!

Die Motivation diese Schmerzen noch auszuhalten ging dahin und ich überlegte ernsthaft die Eier springen zu lassen - einfach so... weg - raus damit und Schluß Ende Aus! Ich weinte auf dem Heimweg und zu Hause kam es zum riesen Stress mit meinem Freund. Er verstand mich nicht! Er konnte es nicht nachfühlen wie ich mich fühlte und ich konnte ihn sogar verstehen - das aber machte mich noch wütender! Ich kann ihn verstehen, ich habe aber die Schmerzen und ich muss mich narkotisiert der Eizellentnahme stellen, ich wollte aber keine zuvor eingefrorene Eizellen in mir und ich wollte meinem Kind später nicht erklären wollen, dass es mal eingefroren war.

NEIN NEIN NEIN! 

Der Streit machte die Situation natürlich nicht besser. Wer hat schon Lust diese Schmerzen auszuhalten, sich operieren zu lassen und dann wieder warten warten warten um dann aufgetaute Eizellen in den Bauch setzen zu lassen, während man sich unverstanden, ungeliebt und als gefühlslose Brutmaschine behandelt fühlt...

 
Natürlich war das alles nicht so und es war einfach nur Gefühl, Kopfgespenster - böööööseeee Geister! Die Hormone - die Angst, die Hoffnung, dass die Sorge um die Kinderlosigkeit so schnell wie möglich vorbei ist!

Nach einigen tränenreichen Tagen und dem Gefühl einer Ohnmacht habe ich mich mit dem Gedanken doch anfreunden können und sah die Chance mich nach der Punktion erstmal erholen zu können, bevor die Rosinchen bei mir einziehen würden.

Die Chancen bei einem Kryoversuch (so nennt man das "Einfrieren" sind relativ hoch, weil der Körper erstmal zur Ruhe kommen kann. 

13.10.17 21:16


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